DAC6 Reporting – Verschiebung der Umsetzung aufgrund von COVID-19?

DAC6 Reporting – Verschiebung der Umsetzung aufgrund von COVID-19?

Gem. EU-Amtshilferichtlinie müssen grenzüberschreitende Steuergestaltungen ab 1. Juli 2020 innerhalb von 30 Tagen an die Steuerbehörden gemeldet werden.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) in einem Positionspapier am 26. März 2020 (https://bdi.eu/media/publikationen/#/publikation/news/acht-punkte-steuerplan-zur-bewaeltigung-der-corona-krise/) nun gefordert, die DAC6 Umsetzung auf den 1. Juli 2021 zu verschieben.

Im Grundsatz ist diese Forderung zu begrüßen, insbesondere auch aufgrund vielfältiger rechtlicher Unklarheiten und technischen Problemen beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), das wohl erst ab August die Schnittstellenanbindung für die Übermittlung bereitstellen kann.

Allerdings ist nicht zu vergessen, dass bei einer grenzüberschreitenden Steuergestaltung zwingend zwei Länder betroffen sind damit im Meldefall auch im korrespondierenden Land eine sanktionsbewehrte Meldepflicht auslöst. Damit läuft eine unilaterale Erleichterung ins Leere!

Vor diesem Hintergrund ist dringend anzuraten, trotz Coronakrise, sicherzustellen, dass der DAC6 Reporting Prozess fristgerecht implementiert ist.

Stefan Kienzler, GF TAXCOMTECH